Lampersdorf

Für alle Ortschaften die noch nicht aufgeführt sind.

Lampersdorf

Beitragvon Brigitte Bernstein » Mo 20. Dez 2010, 18:27

Das zweitgrößte Dorf das zum Pfarrsprengel Bernsdorf gehört ist Lampersdorf. Die Bebauung der beiden Dörfer schließt unmittelbar aneinander. Es ist ein enges Tal entlang der Dorfstraße und dem Dorfbach erbaut, und hat eine Längenausdehnung von etwa 4Km.
Von Bernsdorf gesehen in Süd - Nordrichtung. Begrenzt wird das Dorf von Schatzlar, Schwarzwasser, Bernsdorf, Königshan und Krimsdorf. Es hat einige meist schmale Seitentäler und wird von teilweise bewaldeten Höhen gebildet.Im Nordosten der Haidenberg - Winstiggraben, und Birkenhügel, im Südwesten der Mittelberg, Strumpfbusch und Langegrabe.
Der Dorfbach welcher sich durch das Dorf schlängelt und von der Dorfstraße 7 mal überbrückt wird, entsteht aus dem Grubenwasser, das aus den Kohlengruben kommt, nimmt aus den Seitentälern die kleinen Bächlein, und unterhalb der Schölzerei den Strumpfbach auf. An der Ostgrenze zu Bernsdorf vereinigt sich der Dorfbach mit dem Langengrundwasser vom Berggraben, und dem Teichwasser zur Litsche, die bei Parschnitz in die Aupa mündet. Das Lampersdorfer Wasser war früher ziemlich sauber und fischreich. Imfolge der Kohlenwäsche und der zeitweiligen Ablassung der Schlammteiche wurde das Wasser stark getrübt und es kamen kaum noch Fische darin vor. Seit dem Bau einer neuen Kohlenwäsche in den 60er Jahren soll der Dorfbach wieder sauberer, und mit Forellen besetzt sein.

Durch die Höhen im Norden ist das im Tal liegende Dorf von den kalten Nordwinden geschützt. Im engen Tal und an den Abhängen ist nur Graswirtschaft möglich. Ackerbau kann nur auf den nur leicht ansteigenden Anhöhen in Richtung Schartlar und auf den ebenen Flächen in Richtung Königshan betrieben werden. Es wurden folgende Getreidesorten angebaut. Roggen, Gerste, Hafer und vereinzelt etwas Weizen. Meist nur für die Eigenversorgung. Daneben auch Kartoffeln, Futterrüben und Futtergräser. Die noch geläufige Bezeichnung "Brechhaus", bei der Landwirtschaft des Josef Efler Nr.196 westlich der Schölzerei erinnert noch an den Flachsanbau, der im 19.Jahrhundert betrieben wurde.

Der Name des Dorfes wird nach den ältesten Aufzeichnungen wir folgt zurück geführt. Im Jahre 1006 hatt Herr Lamberg, ein geborener Lombarde und hervorragender Baumeister unter Ulrich den 16. - Fürsten von Böhmen das Kloster zu Jaromer und das Stadttor zu Trautenau erbaut. Und die gleiche Zeit, als Herr Albrecht Trautenbach das Schloss zu Schatzlar zu bauen begann, und viele Mauerer da waren, verehrte der Burggraf diese damals wüste Gegend dem Baumeister Lamberg, welcher die ersten zwei Häuser daselbst für seine Mauer bauen ließ, und daher das daraus entstandene Dorf "Lambergsdorf " genannt wurde, wovon der jetzige Namen Lampersdorf sehr warscheinlich abstammt. Das Gemeindesiegel zeigt ein Lamm auf drei Bergen und mag wohl nach dem Wortlaut Lambergs dorf willkürlich gewählt worden sein.

Lampertsdorf und der Kohlenbergbau sind von einander nicht zu trennen. Deshalb soll bereits an dieser Stelle auf die Geschichte und die Bedeutung des Kohlenbergbaus, der seit Jahrhunderten für die Bewohner der Haupterwerbszweig war kurz eingegangen werden.
Die erste Nachricht über Steinkohlenfunde in der Gegend von Schatzlar stammt aus dem Jahre 1570, als der Abt Kaspar von Grüssau
(1576 -1609) dem Richter Jakob Kabe von Oppau die Mütung ( Antrag eines Bergbauwilligen Unternehmens auf Steinkohle bewilligte). Während der Regierungszeit dieses Abtes entdeckten man dann die Steinkohlelager zu Lampersdorf. In einem Schreiben des Abtes Tobias (1611 -1616) wird berichtet, dass ein gewisser Püschel schon zu Lebzeiten der Abtes Kaspar das Kohlenbergwerk zu Lampertsdorf anvertraut bekommen hat. In der Frühzeit des Bergbaus wurden mehrere Stollen auf Lampersdorfer Grund vorgetrieben. Doch die Fördermengen waren damals gering. Erst in der Industrialisierung im 19.Jahrhundert bekommt die Kohlenförderung neuen Aufschwung. Diese Jahre brachten eine große wirtschaftliche Umwälzung für unsere Befölkerung. Eine wichtige Existenzgrundlage war bisher das Spinnrad und der Rocken. ( Der Rocken ist ein stabförmiges Gerät, an dem beim Spinnen die noch ungesponnenen Fasern befestigt werden) und die Hausweberei gewesen. Gab es doch kaum ein Haus, in dem nicht wenigstends ein Webstuhl stand. Das hörte nun mit der Errichtung mechanischer Spinnereinen und Webereien auf. Mit den billigen Waren konnten unsere Hausweber nicht konkurrieren. Großes Elend drohte, und kam auch in vielen Gegenden vor. Bei uns wurde es nicht so stark fühlbar, wurde doch einerseits durch den schatzlarer Bürger Franz Gaberle 1844 die letzte Spinnerei errichtet, und andererseits stieg gerade durch die Industrialisierung der Bedarf an Kohle, und so fanden viele ehemalige Weber als Bergmann einen neuen Beruf.
Zuletzt geändert von Brigitte Bernstein am Do 6. Okt 2011, 13:15, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Lanpersdorf

Beitragvon cornelia » Mi 22. Dez 2010, 15:36

Hallo Brigitte,

kannst Du mir bitte die Quellen der Informationen nennen?

Danke und frohe Weihnachten
Cornelia.

PS in der Themenbezeichnung ist ein Tippfehler. Es muß Lampersdorf heissen nicht "Lanpersdorf"
Ich freue mich auf Hinweise über:
Siegel (Radowenz, Parschnitz, Warnsdorf)
Dworzak (Parschnitz)
Laux (Parschnitz, Neupaka)
Püschel, Eiselt, Wenzel (Radowenz)
Exner (Forst)
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Re: Lampersdorf

Beitragvon Brigitte Bernstein » Mi 22. Dez 2010, 21:16

Leider habe ich vergessen die Quelle meiner Beschreibung anzugeben.
Ich habe sie aus dem Riesengebirgler Heimatskreis Trautenau. Dort konnte ich schon viele Informationen über unsere Heimatdörfer finden.
Groß Brigitte
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Re: Lampersdorf

Beitragvon cornelia » Mi 22. Dez 2010, 23:08

Danke Cornelia
Ich freue mich auf Hinweise über:
Siegel (Radowenz, Parschnitz, Warnsdorf)
Dworzak (Parschnitz)
Laux (Parschnitz, Neupaka)
Püschel, Eiselt, Wenzel (Radowenz)
Exner (Forst)
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Lampersdorf

Beitragvon Brigitte Bernstein » Mo 7. Nov 2011, 10:36

Lampersdorf

Hier ist noch ein Link von Lampersdorf

http://de.wikipedia.org/wiki/Lampertice

Gruß Brigitte
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Ansichtskarten Lampersdorf

Beitragvon Brigitte Bernstein » Sa 21. Jan 2012, 19:01

Habe einige tolle Ansichtskaren erworben, die eingeben möchte. Gekauft habe ich sie von Jan Visek aus Trautenau.

Lampersdorf Schule.jpg
Den Gedanken, dass der Dorflehrer Wendelin Kleinwächter welcher an dieser Schule von zirka 1810 bis 1850 unterrichtete einer meine Ahnen war finde ich toll.Bis 1790 besuchten die Kinder von Lampersdorf die Schule in Bernsdorf. Erst danach wurde die Schule von Lampersdorf errichtet. 1878 wurde diese durch einen Neubau ersetzt.


Lampersdorf Kirche.jpg
Auch die Kirche von Lampersdorf wurde erst um 1900 hundert erbaut. Bis dahin besuchten die Menschen von Lampersdorf die Kirche von Schatzlar


Lampersdorf 4.jpg
Steinkohlebergwerk Lampersdorf, Schule, Bahnhof und Teilansicht von Lampersdorf
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Ansichtskarten von Lampersdorf

Beitragvon Brigitte Bernstein » Mi 10. Sep 2014, 20:26

Ansichtskarten von Lampersdorf

Lampersdorf (3).jpg


Lampersdorf 5.jpg


Lampersdorf (2).jpg
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