Liebe Nachkommenschaft

allgemeine Berichte der Region, z.B. Hungersnöte, Epidemien, Katastrophen

Liebe Nachkommenschaft

Beitragvon Brigitte Bernstein » Do 17. Feb 2011, 19:03

Abgeschrieben aus der Riesengebirgszeitung " Rübezahls Heimat "

Wenn ihr einst dieses Buch nachsucht, werdet ihr darin seit 1800 bis ins Jahr 1850 äußerst wenig eingetragen finden, und man hofft, es wird euch freuen, wenn mehrere Begebenheiten, die sich derzeit zugetragen und nach welchen manche Tatsachen eingerichtet wurden, hier aufgezeichnet werden, doch haltet stets im Sinn, daß diese Schrift nicht sogleich aufgenommen, sondern erst jetzt eingezeichnet wird, doch reine Wahrheit liegt in den Worten, und keine Märchen.

Unsere Vorfahren waren Leibeigene der Obrigkeiten, der Herrschaft Hohenelbe oder auch Nachod, und wurden zeitweilig fast wie Sklaven betrachtet, in dem sie ihre Häuser verlassen und der Herrschaft Robot leisten mußten. Unter dem unvergeßlichen leider nur 10 Jahre von 1780 bis 1790 regierenden Monarchen, Kaiser Josef der 2. sollten die Leibeigenschaften abgeschafft werden. Die hohe Regierung ging selbst auf ihren Herrschaften damit voran, das heißt: es wurden die bestimmten Robotstage, ib Zug - und Handarbeit, und manche andere weitere Knechtung aufgehoben, und dafür ein jährlicher Zins in Geld bezahl, weil die Obrigkeiten aus, der Arbeitsleistung trotzdem, daß sie umsonst geleistet werden mußten, dennoch keinen Nutzen hatten, indem kein Arbeitsgeist herrschte, und so durch Geldumwandlung besser daraus kam, und die Menschheit konnte sich wieder ihre Felder und Wiesen besser und regelmäßiger bebauen. Ein Gärtner hatte nach Größe seiner Besitzung , - 13 bis 150 Handarbeits - und ein Bauer auch 15 bis 20 Handarbeitstage und 50 bis 150 Zugarbeitstage mit 1 oder 2 Pferden.

Einige Herrschaften behielten die Naturalarbeitsleistung bis ins Jahr 1848, wo sie dann reluirt werden mußten., im Anordnungswege von
Sr. Majestät Ferdinand dem Gütigen, Kaiser von Österreich.

Auch der ehemalige Guts - und Herrschaftsbesitzer(denn die Einteilung, war bis ins Jahr 1850 nur nach Herrschaften und Kreisen) oder wie man damals sagen mußte: Gnädige Grundherrschaft von Hohenelbe und von Nachod; trat den Wünschen der Regierung bei, und es wurde 1781 zwischen Obrigkeit und Untertanen ein Robot - Reluzions - Kontrakt geschlossen.

Nun dürftet ihr der Ansicht sein,- es ward Ruhe, Einigkeit und Liebe zwischen den kontrahierenden Parteien - doch leider ! - es ward nur bald anders. Die gute Obrigkeit starb, es kamen seine anderen Erben, - denen nicht alles anständig sein mochte, auch die Zeitverhältnisse und Praxis erklärt manches anders aus, es wurde gesucht, - diesen Kontrakt zu entkräften, und manchen Paragraphen anders zu deuten. Die Obrigkeit hatte Geld und Hilfe genug, - die Leute wurden jedoch bald uneinig, müde - und erlagen meistens den Beschlüssen der hohen Obrigkeit oder ihren Beamten, - welch letztere ganz in ihrem Brote Standen. Unter diesen Paragraphen ward besonders der Paragraph 6 ein Streit - und Zankapfel, um die 30 Jahre gestritten wurde, und am Ende durch Betrug des Rechtsfrendes - mußten die Untertanen erliege, indem er die Rekursfrist verstreichen ließ,- und sich in zwischen für die Obeigkeit statt für die Untertanen verwenden ließ.

Ein 2. Punkt war der § 7. Die Richter und Schänker waren ehemals robotfrei und wurden durch den Kontrakt in die Zinszahlung einbezogen. Die Obrigkeit gab jeden Richter jedoch alle Jahre 6 Klaftern weiches Holz, welches die Bauernschaft unentgeldlich zuführte. Für dieses Holz aber mußten die Richter sich obrigkeitlich fügen und schmiegen, taten sie es nicht, so suchte man , - sie zu entfernen, und ließ andere wählen. Die Gemeinde sagte nicht viel dazu,- oder durfte auch nicht viel sagen.

Im Februar 1848 entstand in Frankreich Unruhe,- der König wurde vom Thron gestoßen und floh nach England. Auch in Wien erhoben sich die Bauern. Am 15.März 1848 gab Kaiser Ferdinand der 1. seinem Staate und Völkern eine Konstitution, - das heißt eine neue Staatsverfassung sollte zusammengestellt werden, der Absolutismus sollte aufgehoben werden, und als eine beschränkte Monrchie in Wirksamkeit treten. Auch in Prag kam es am 14. und 15.März 1848 zu Vereinen und Gesuchs - Petitionen an den Monarchen, um verschiedene Abänderungen in politischer und judizieller Einteilung.

Als am 15.März1848 die Konstitution vom Kaiser in Wien proklamiert wurde, fand der Jubel in den Straßen keine Grenzen.
Zuletzt geändert von Brigitte Bernstein am Sa 26. Feb 2011, 09:55, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Liebe Nachkommenschaft

Beitragvon Brigitte Bernstein » Do 24. Feb 2011, 19:48

Habe gerade bemerkt, dass bei Nachkommenschaft der Link micht mehr geht, daher habe ich ihn geändert.
Gruß Brigitt
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Re: Liebe Nachkommenschaft

Beitragvon Andi » Do 24. Feb 2011, 22:38

bei mir gehen beide links nicht :?:
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Re: Liebe Nachkommenschaft

Beitragvon Brigitte Bernstein » Di 1. Mär 2011, 19:15

Das mit dem Link verstehe ich nicht so richtig, einmal geht er und dann wieder nicht daher habe ich ihn gelöscht
Brigitte
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Re: Liebe Nachkommenschaft

Beitragvon Brigitte Bernstein » Sa 12. Mär 2011, 19:56

Das ist der richtige Link

http://www.riesengebirgler.de. dann zu Seitenindex und Erinnerungen
Gruß Brigitte
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