1901 - aus der Literatur - Textilveredelung

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1901 - aus der Literatur - Textilveredelung

Beitragvon cornelia » Sa 8. Jan 2011, 00:40

1901 Textilindustrie [*11 S 112 ff]]
Veredelungs Verfahren.
Die Veredelung und Zurichtung der Leinen und Baumwoll-Gespinste und Gewebe erfolgt durch die Bleicherei, Färberei, Druckerei und Appretur, wodurch der Ware ein gefälliges Aussehen gegeben wird. Eine gute Appretur trägt zur Haltbarkeit und äußeren Gefälligkeit sehr viel bei, und waren in früheren Zeiten Bleiche und Mangel die einzigen Veredelungsanstalten.
Die Bleicherei im Bezirke ist sehr alt; man zählte im Jahre 1836 in Schatzlar 3 Meister, ferner 3 Bleichen in Radowenz und je eine in den Ortschaften: Altstadt, Jungbuch, Freiheit, Johannisbad und Parschnitz; auch in Marschendorf wurde gebleicht. [...]
Bis in die vierziger Jahre kannte man bloß die Natur- oder Rasenbleiche, wobei die Sonnenstrahlen bei der Wasserbegießung den Bleichprozess in 6-10 Wochen vollbrachten.
In den fünfziger Jahren ging die Rasenbleiche nach Kenntnis der Wirkung des Chlors zu sogenannten Fix- oder Kunstbleiche über, wodurch das Bleichverfahren bedeutend verkürzt wurde.
Die derzeit [ck: 1901] im Bezirke befindlichen Bleichen sind gemischte Bleichen und gehören zu den hervorragenden Etablissements gleicher Art in Böhmen.
Die wichtigsten derselben sind: die Garn- und Leinwandbleiche des Julius Hanke in Trübenwasser (gegründet im Jahre 1811), die Garn- und Leinwandbleiche der Gebrüder Walzel in Parschnitz. Die Garnbleiche des Joh. Rzehak in Radowenz und die Garnbleiche des F. Duncan in Ober-Altstadt.
Letztere wurde 1877 durch die Firma J. A. Kluge erbaut, drei jahre später an William Duncan verkauft, der sie 1889 dem gegenwärtigen Besitzer Ferd. William Duncan übertrug.
Im Dezember 1900 kauften Berhard Kluge und Johann Patzak in der Gemeinde Kaile eine Wiese im Ausmaße von 10 Metzen zur Gründung einer Bleiche.
Färberei und Druckerei bilden nur vereinzelt eine selbständige Industrie, sonder finden sich meist in Verbindung von Baumwollwebereien oder Appreturanstalten und dienen demnach mehr dem eigenen oder Localbedarf.
Die ehedem betriebene Färberei und Handdruckerei wurden teils durch den mechanischen Betrieb, teils durch die adaptierten Baumwollstoffe außer Kundschaft gesetzt gesetzt und hierdurch ihr Niedergang befördert.
Aus der in Eipel 1882 gegründeten Zwirn- und Bürstenfabrik des A. Nyklitschek wurde nach dem Brande im Jahre 1899 von J. Kvasnitschka eine Leien und Baumwollfärberei errichtet, welche etwa 30 Personen beschäftigt.
Appreturanstalten besitzen die Firmen: Gebrüder Walzel in Parschnitz, L. Roman in Parschnitz, Julius Hanke in Trübenwasser, Johann Etrich in Trautenau (verbunden mit Sacknäherei) und F. M. Oberländer in Eipel.
Mangelwerke bestehen in Parschnitz (Gebrüder Walzel), in Eipel (Dampfmangel de Firma F. M. Oberländer),in Hawlowitz (altes Werk der Firma Ed. Morawetz) und in Zahles 2 (August Rudolf und Robert Basche).
Quelle:
(*11)
Der politische Bezirk Trautenau
Josef Demuth,
Verlag des Trautenauer Bezirkslehrer-Vereins, Trautenau 1901
Ich freue mich auf Hinweise über:
Siegel (Radowenz, Parschnitz, Warnsdorf)
Dworzak (Parschnitz)
Laux (Parschnitz, Neupaka)
Püschel, Eiselt, Wenzel (Radowenz)
Exner (Forst)
Kober (Salnai)
cornelia
 
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