Schule im Riesengebirge

allgemeine Berichte der Region, z.B. Hungersnöte, Epidemien, Katastrophen

Schule im Riesengebirge

Beitragvon Brigitte Bernstein » Mo 7. Nov 2011, 17:00

Schule im 19.Jahrhundert
Da kann man nur sagen, gut dass wir diese Zeit nicht erleben mussten.

Link: http://www.eva-mariahetterich.de/schule_fruher.html

Schulklasse.jpg
Die Schulzeit meines Vaters dauerte von Apr.1920 bis 1929. Der Junge ohne schuhe ist er, und das Mädchen ohne Schuhe ist seine Schwester Berta. Da die Mutter Rosa sieben Kinder alleine aufziehen musste, war kein Geld für Schuhe da, und so liefen die Kinder den größten Teil des Jahres ohne Schuhe herum, was sich heute kaum noch einer vorstellen kann


WELHOTTA SCHULE 2.jpg
Mein Vater Vinzenz Rasch erlebte eine Schulzeit welche keiner von uns mitmachen möchte. Eine Schulzeit in der die Prügelstrafe mit dem Rohrstock noch alltäglich war. Als Kinder fanden wir es immer ganz lustig was der liebe Papa da so alles angestellt hatte erst später konnten wir uns das mit dem Stock so richtig vorstellen. Ein Glück, dass dies heute nur noch Geschichte ist.
Bei dem Lehrer mit Namen Dorschner muss es besonders schlimm zugegangen sein
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Beitragvon Brigitte Bernstein » Mo 7. Nov 2011, 17:17

Schule in Welhotta

Welhotta_009 Sch.jpg
Meine Mutter besuchte die Schule von Apr.1930 - 1939. Zu dieser Zeit war die Prügelstrafe schon verboten. Mutter durfte da sie eine gute Schülerin war die Bürgerschule in Parschnitz besuchen. Doch das bedeutet einen täglichen Schulweg von 2 Stunden am Morgen, und 2 Stunden am Nachmittag.


Welhotta Schule.jpg
Mutter berichtet oft und gerne von ihrer Schulzeit. Es war in der Zeit üblich, dass die Schüler den ganzen Tag die Schule besuchten.Zu Mittag wurden die von zu Hause mitgebrachten Speisen, welche auf einem alten Kohleofen warm gehalten wurden gegessen. Die Kinder setzten sich auf die Arbeitstische, die Füße auf die Bänke gestellt, so das das Kochgeschirr auf den Knien stand,und nahmen so ihre Malzeiten zu sich. Nach dem Essen hatten die Madchen und Jungen etwas Pause,und dann ging der Unterricht weiter.
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Re: Schule im Riesengebirge

Beitragvon holger » Di 10. Jan 2012, 19:46

Von meinem Großvater kenne ich auch die Berichte über 2 Stunden Schulweg hin und 2 Stunden zurück. Wenn er dann noch erzählte, dass einzelne seiner Klassenkameraden von einzelnen verstreut liegenden Bauden kamen, stelle ich mir das schon abenteuerlich vor. (Aber beileibe nicht romantisch...)
Die Bürgerschule als Schultyp muss es wohl nur dort (im Riesengebirge) gegeben haben, niemand sonst konnte damit was anfangen.
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Re: Schule im Riesengebirge

Beitragvon Brigitte Bernstein » Sa 21. Jan 2012, 18:31

Hallo Holger!
Der Ausdruck Bürgerschule steht sogar auf dem Schulzeugnis meiner Mutter. Die Schulen in den kleinen Orten waren die "Dorf - oder Grundschulen". Dort wurden in den meisten Fällen alle Schüler des Ortes in zwei Klassenräumen unterrichtet. Erste bis vierte Klasse in einem Raum, und fünfte bis achte Klasse in dem anderen. Pro Klassenraum ein Lehrer. Die Bürgerschule dagegen gab es nur in den größeren Orten. Mutter ging zum Beispiel nach Parschnitz. Dort wurde , weil ja auch Kinder aus anderen Dörfern diese Schule besuchten und so mehr Schüler da waren, jede Klasse in einem eigenen Klassenraum unterrichtet. Sie kann mit unserer Realschule oder Mittelschule verglichen werden. Mutter hatte eine sehr gute Schulbildung. Im Kopfrechnen ist sie noch heute trotz ihrer 88 Jahren schneller wie ich.
Grüße Brigitte
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Re: Schule im Riesengebirge

Beitragvon Andi » Do 26. Jan 2012, 22:04

Opas Schule hatte auch zwei Klassen, eine deutsche und eine tschechische
mit einem deutschen Lehrer und einem tschechischen kollegen, das Verhältnis
war eigentlich gut.
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Re: Schule im Riesengebirge

Beitragvon Otto » Di 7. Feb 2012, 23:08

Die Bürgerschule war eine über das Lehrziel der allgemeinen Volksschule hinausreichende Bildung in der fünften bis achten Schulstufe. Sie war die Vorgängerin der in Österreich bisher bestehenden Hauptschule.

gruß
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