Gedichte aus der Blumen und Pflanzenwelt des Riesengebieges.

Lieder, Gedichte und Geschichten

Gedichte aus der Blumen und Pflanzenwelt des Riesengebieges.

Beitragvon Brigitte Bernstein » So 20. Nov 2011, 14:51

Habmichlieb von Herzen

Von H.Hoppe
Droben trägt ein Blümelein schön
Rote Blütenherzen.
Wer es je hat blühen sehn,
Um den Buben ist`s geschehn.
Singt in Liebesschmerzen;
Habmich - Habmich- Habmichlieb,
Habmichlieb von Herzen.

Habmichlieb, ich pflücke dich,
Ich will mit dir scherzen!
Blümlein spricht: dann welke ich,
Und du singst dann ewiglich
Mit gebrochenem Herzen :
Habmich - Habmich - Habmichlieb,
Habmichlieb von Herzen.

Darum pflückt das Blümlein nicht,
Mit den Blütenherzen.
Schaut ihm freundlich ins Gesicht,
Liebt es, aber brecht es nicht,
Macht ihm keine Schmerzen.
Habmich - Habmich - Habmichlieb,
Habmichlieb von Herzen.

Habmichlieb ist eine Primelart.

Des Blümlein`s " Hab mich lieb ` Erschaffung

Alexander Schmook

Im Felsenschrof zur Maienzeit
Ein lieblich Blümlein blüht;
Sein holder Kelch, geöffnet weit,
Wie rotes Herzblut glüht.
Fünf Herzen reckt es wunderzart
Aus dunkelgrünem Trieb,
Die bitten stumm nach Blumenart
Den Wand`rer : "Hab mich lieb"!

Vom Veilchenstein ein hohes Schloß
schaut einst ins Land hinein,
Dort zitterte der Diener Troß
Vor einem Burgfräulein.
Das war die Schönste weit im Land.
Doch stolz ihr Blick und kalt;
Und niemals noch ihr Herz empfand
Der Liebe Allgewalt.

So viele Freier auch genaht;
Sie lachte alle aus.
Und forderte als Heldentat
Den Gang durch Nacht und Graus.
Rings um der Schneegrub`schaurig Grab
Just in der Geistestund !
Vier Ritter stürzten schon hinab,
Zerschmettert in den Grund.

Es höhnte noch zu grausem Spiel
Das Fräulein allzumal.
Doch als der fünfte Freier fiel,
Ergrimmte Rübezahl;
Er hob die Hand, da ward das Schloß
Ein wüster Felsenhauf`,
Das Fräulein in der Schneegrub`Schloß
Als Irrgeist tauchte auf.

Mit Grausen hört der Wandersmann
Das Klagen im Gestein;
Ein unstet`Wesen dann und wann
Sieht er im Mondenschein.
Das zieht die Schrofen auf und ab
Und lagert sich am Teich.
Und seufzet an der Ritter Grab
Und ist so kalt und bleich.

Doch aus der Opfer rotem Herz
Erschuf des Berggeists Hand
Das Blümlein, das jetzt allerwärts
Blüht an der Felsenwand.
Das Sehnen, das in alter Zeit
Zur Wagetat sie trieb,
Aus der fünf Herzen Purpurkleid
Noch klingt es:" Hab mich lieb".


Ein unbekanntes Riesengebirgslied

Ich fand es in einem Feldpostbrief meines Vaters. Es wurde ihn kurz vor seiner Verwundung an die Front geschickt. Leider sind keine Noten dabei.

Wo über den Bergen die Schneekoppe thront
Und Rübezahl mit seiner Zwergenschar wohnt.
Wo gastlich die Baude den Wanderer grüßt !
Und silberhell sprudelnd der Elbquell fließt,
Wo Knieholz hoch oben am Kamme sich bückt
Mit Enzianblüten die Heide sich schmückt,
Wo heulend der Schneesturm die Höhen umbraust
Und jäh die Lawine zur Schlucht niedersaust,
Dort hat mir der Herrgott hinein in die Welt
Mein Riesengebirge als Heimat gestellt.
Mein ganzes Herz , teuere Heimat ist dein,
Stolz bin ich, ein Riesengebirgler zu sein.

Dort bin ich geboren, dort bin ich zu Haus,
Dort schaue beglückt ich ins Weite hinaus.
Ich sehe die Berge in dämmernden Blau,
Und rings dunkle Wäldern den Hirsch und die Au.
Seh freundliche Dörflein gebettet im Grün
und Aupa und Bober ihr Silberband ziehn.
Seh`hell in der Sonne die Schneekoppe stehn
Und eilende Wolken, hoch über sie gehn,
So schön hat mir der Herrgott hinein in die Welt
Mein Riesengebirge als Heimat gestellt.
Mein ganzes Herz, teuere Heimat ist dein,
Stolz bin ich, ein Riesengebirgler zu sein.

Bei mir daheim blicken die Bilder mich an.
Von Vater und Mutter, Großeltern und Ahn.
Sie reden gar deutlich von kerndeutscher Art,
Die treu sich und trutzig ihr Deutschtum beweahrt.
Und so wie sie waren so will auch ich sein;
In Liebe und Treue und deutsch nur allein.
Und schaufelt man einst mir ein heimatlich Grab;
Denn senkt mit dem Lied mich, ihr Freunde hinab.
Hier hat ihm der Hergott hinein in die Welt,
Sein Riesengebirge als Heimat gestellt.
Sein ganzes Herz, teuere Heimat war dein,
Stolz war er, ein Riesengebirgler zu sein.


Ein Schlesisches Volkslied
Von Hoffmann von Fallersleben.

Und in dem Schneegebirge,
Da fließt ein Brünnlein kalt,
Und wer das Brünnlein trinket,
Und wer das Brünnlei trinket,
Wird jung und nimmer alt.

Ich hab das Brünnlein trunken,
Gar manchen frischen Trunk,
Ich bin nicht alt geworden,
Ich bin nicht alt geworden,
Ich bin noch allzeit jung.

Ade, mein Schatz, ich scheide,
Ade mein Schätzelein,
" Wann kommst du aber wieder,
" Wann kommst du aber wieder,
Herzallerliebster mein.

Wenn's schneiet rote Rosen,
Und regnet kühlen Wein,
Ade, mein Schatz ich scheide,
Ade, mein Schätz ich scheide,
Ade, mein Schätzelein.

Es schneit ja keine Rosen,
Und regnet keinen Wein,
So kommst du auch nicht wieder,
So kommst du auch nicht wieder,
Herzallerliebster mein.
Brigitte Bernstein
 
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